Montag, 25. Januar 2016

Ausflug in den Norden

Letztes Wochenende war ich mit Andrea und Matthias (nach afrikanischen Verwandtschaftsverhältnissen meine Tante und mein Onkel) und noch 2 Freunden von Matthias im Norden. Die Fahrt dahin war schrecklich! Und die 450 Kilometer glichen einem Offroad-Abenteuer mit vielen Löchern in der Straße, Umleitungen über „Sandstraßen“, Lastwagen die im Schneckentempo fahren, aber nicht überholt werden können und Tieren auf der Fahrbahn, aber irgendwann sind wir dann doch angekommen, obwohl ich das teilweise für unmöglich hielt.
Unser Hotel lag relativ zentral. Bis 3 Uhr nachts hat man die Disco nebenan gehört, um 4 dann die Moscheen, die zum Gebet riefen und um halb 6 ist eine Gruppe trommelnder und singender Jogger durch unsere Straße gelaufen, aber es war angenehm im Kühl im Zimmer und ich konnte trotzdem gut schlafen.
Allgemein war das Klima in Kara angenehmer als in Lomé, morgens und abends war schön frisch und nur mittags war es richtig heiß, aber dadurch, dass die Luft trockener war, war das auch aushaltbar. Wir hatten Glück, dass wir zu dieser Jahreszeit in den Norden gefahren sind, normalerweise ist es da um die 40° warm.
Am Samstag sind wir früh aufgestanden, um in einen Safaripark zu gehen. Es war nicht das was ich mir erwartet habe, aber es war trotzdem schön mit dem Jeep durch die Landschaft zu rumpeln. Das Wildeste, das wir gesehen haben, waren zwei „importierte“ Zebras (leider keine Elefanten). Mein Highlight waren allerdings Büffel mit Puscheln an den Ohren.                                                              Deni, ein Freund von den 2 Freunden von Matthias, der im Norden lebt und unseren Aufenthalt organisiert hat, hat uns erzählt, dass die viele Leute im Norden an Hunger leiden und deswegen die Tiere im Park getötet haben, um sie zu essen.
Allgemein wurde viel über Politik gesprochen. Deni wohnt in Pya, dem Dorf aus dem der Präsident kommt,  und es wurde viele darüber diskutiert, wieso der Präsident sich nicht um sein eigenes Dorf kümmert. Mit solchen Gesprächen muss man hier aber vorsichtig sein, es soll viele Spione geben und man soll nur mit Leuten über Politik reden, denen man wirklich vertraut

Außerdem haben wir noch eine traditionelle Schmiede (aufgrund der Hitze beginnen sie dort um 4 Uhr morgens mit der Arbeit) und Töpferei besichtigt, dann hat uns Deni noch zu einer Zeremonie in seinem Dorf mitgenommen. Die Zeremonie wurde zu Ehren einer älteren Person, die gestorben ist, veranstaltet. Es war ziemlich verrückt! Manche Leute waren verkleidet, Männer in Kleidern, mit Tauchermasken auf dem Kopf oder Stoffschlangen um den Hals. Manche waren oberkörperfrei, viele mit weißem Puder bedeckt. Wir hatten „Glück“, dass die Person schon vor 2 Jahren gestorben war. Normalerweise wird der Leichnam nämlich auf einer Trage auf den Umzug mitgenommen, sie haben sich aber Gott sei Dank mit einer Puppe begnügt. Als ich Matthias gefragt hab, was er von dem Ganzen gehalten hat, meinte er dass das nichts für ihn sei, die Zeremonien in Togokome seien irgendwie schon moderner. „Hier ist das richtig wild, da merkt man wirklich, dass das Buschmänner sind.“

1 Kommentar:

  1. Wow, toll, da wird man ja richtig neidisch :) Also auf das Sein im Safaripark:) Sehr spannend, was du so erzahlst :*
    Stelman

    AntwortenLöschen