Letztes Wochenende war ich mit Andrea und Matthias (nach
afrikanischen Verwandtschaftsverhältnissen meine Tante und mein Onkel) und noch
2 Freunden von Matthias im Norden. Die Fahrt dahin war schrecklich! Und die 450
Kilometer glichen einem Offroad-Abenteuer mit vielen Löchern in der Straße,
Umleitungen über „Sandstraßen“, Lastwagen die im Schneckentempo fahren, aber
nicht überholt werden können und Tieren auf der Fahrbahn, aber irgendwann sind
wir dann doch angekommen, obwohl ich das teilweise für unmöglich hielt.
Unser Hotel lag relativ zentral. Bis 3 Uhr nachts hat man
die Disco nebenan gehört, um 4 dann die Moscheen, die zum Gebet riefen und um
halb 6 ist eine Gruppe trommelnder und singender Jogger durch unsere Straße
gelaufen, aber es war angenehm im Kühl im Zimmer und ich konnte trotzdem gut
schlafen.
Allgemein war das Klima in Kara angenehmer als in Lomé,
morgens und abends war schön frisch und nur mittags war es richtig heiß, aber
dadurch, dass die Luft trockener war, war das auch aushaltbar. Wir hatten
Glück, dass wir zu dieser Jahreszeit in den Norden gefahren sind, normalerweise
ist es da um die 40° warm.
Am Samstag sind wir früh aufgestanden, um in einen
Safaripark zu gehen. Es war nicht das was ich mir erwartet habe, aber es war
trotzdem schön mit dem Jeep durch die Landschaft zu rumpeln. Das Wildeste, das
wir gesehen haben, waren zwei „importierte“ Zebras (leider keine Elefanten).
Mein Highlight waren allerdings Büffel mit Puscheln an den Ohren. Deni, ein Freund von den
2 Freunden von Matthias, der im Norden lebt und unseren Aufenthalt organisiert
hat, hat uns erzählt, dass die viele Leute im Norden an Hunger leiden und
deswegen die Tiere im Park getötet haben, um sie zu essen.
Allgemein wurde viel über Politik gesprochen. Deni wohnt in Pya, dem
Dorf aus dem der Präsident kommt, und es
wurde viele darüber diskutiert, wieso der Präsident sich nicht um sein eigenes
Dorf kümmert. Mit solchen Gesprächen muss man hier aber vorsichtig sein, es
soll viele Spione geben und man soll nur mit Leuten über Politik reden, denen
man wirklich vertraut
Außerdem haben wir noch eine traditionelle Schmiede
(aufgrund der Hitze beginnen sie dort um 4 Uhr morgens mit der Arbeit) und
Töpferei besichtigt, dann hat uns Deni noch zu einer Zeremonie in seinem Dorf
mitgenommen. Die Zeremonie wurde zu Ehren einer älteren Person, die gestorben
ist, veranstaltet. Es war ziemlich verrückt! Manche Leute waren verkleidet,
Männer in Kleidern, mit Tauchermasken auf dem Kopf oder Stoffschlangen um den
Hals. Manche waren oberkörperfrei, viele mit weißem Puder bedeckt. Wir hatten
„Glück“, dass die Person schon vor 2 Jahren gestorben war. Normalerweise wird
der Leichnam nämlich auf einer Trage auf den Umzug mitgenommen, sie haben sich
aber Gott sei Dank mit einer Puppe begnügt. Als ich Matthias gefragt hab, was
er von dem Ganzen gehalten hat, meinte er dass das nichts für ihn sei, die
Zeremonien in Togokome seien irgendwie schon moderner. „Hier ist das richtig
wild, da merkt man wirklich, dass das Buschmänner sind.“
Wow, toll, da wird man ja richtig neidisch :) Also auf das Sein im Safaripark:) Sehr spannend, was du so erzahlst :*
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