Aber wie schon der kleine
Tag wusste: Abschied heißt was neues kommt! Und in Lomé ist es zwar eine
komplett andere Welt, aber auch schön! Ich bin wieder bei Kailend, diesmal mach
ich aber Büroarbeit (Spender und Freiwillige suchen), das ist zwar nicht so
mein Ding, aber da ich fast sowas in die Richtung studieren wollte, bin ich
froh, dass ich das jetzt schon gemerkt hab. Und die Straßenkinder seh ich trotzdem
ab und zu. Leider sind es nur noch 6, weil sie Schwierigkeiten haben an die
Struktur und Routine der Schule zu gewöhnen und sich langweilen und deswegen
zurück auf die Straße gehen.
Das
Haus, in dem ich wohne, ist der totale Gegensatz zu Kpalimé! Es hat 3
Stockwerke, eine riesige Dachterrasse, einen richtigen Herd mit Ofen und einen
Kühlschrank. Ich hab sogar mein eigenes Bad, da läuft das Wasser zwar nur ab
und zu, aber das finde ich ganz beruhigend, sonst wäre das nämlich nicht mehr
Togo.
Mittwoch, 18. Mai 2016
Tschüß Kaplimé, hallo Lomé!
Der Abschied aus Kpalimé
war gar nicht schön wie ich anfangs dachte, dass er werden wird. Meine Kinder
in der Schule sind mir schon ziemlich ans Herz gewachsen, vor allem mein
Herzenskind Joel! Und auch mein Leben dort, nicht mehr mit Sky und Antoine in
der Boutique-Karten spielen, nicht mehr leckere Mangos von der Mangofrau
kaufen, die keine Yowo-Preise macht, überall zu Fuß hingehen können,
Abkühlungen am Fluss, in 3 Minuten bei Linn sein,….
Montag, 16. Mai 2016
Montag, 9. Mai 2016
Vive, vive le Togo! Vive le 27 avril!
Der 27. April ist der
Unabhängigkeitstag von Togo. Um diesen zu feiern gibt es eine große Parade für
die wichtigsten Leute aus der Region. Ich fand’s ein bisschen befremdlich, aber
um die Unabhängigkeit zu feiern wurde marschiert. Anscheinend gilt das als
Ausdruck der Freude. Alle Schulen in Kpalimé sind mitmarschiert und weil unsere
Schulgebäude nun auf dem Gelände einer öffentlichen Schule steht, durften wir
als einzige Gehörlosenschule in Togo auch marschieren. Dafür wurde sich schon
lange vorher vorbereitet, morgens haben wir ewig unsere Kreise auf dem Schulhof
gedreht und einmal gab es eine Generalprobe in der Stadt. Ich fand’s ein
bisschen gruselig zu sehen, wie die kleinen Schüler schön im Gleichschritt
marschieren. Weil unsere Schüler die Musik ja nicht hören können, mussten wir
mitmarschieren, damit sie sich an uns orientieren können. Das war echt
unangenehm, und wir Freiwilligen fanden es auch unangebracht, weil das der Tag
von Togo ist und wir da ja nicht richtig dazugehören. Die Reaktionen waren auch
gemischt. Einige fanden es gut, andere haben gerufen: „Was machen denn die
Yowos da?“ Traurigerweise wurde auch auf unsere Kinder so reagiert und sich
über sie lustig gemacht.
Es war
überwältigend was für eine Masse an Schüler dort war – hunderte! Das war schon
irgendwie beeindruckend zu sehen. Außer den Schulen, gab es noch Cheerleader,
die Tanzgruppen aus Kpalime, die verschiedenen Sportvereine und, und, und. Deren
Marsch war auch ein bisschen lockerer und das war wirklich lustig anzusehen.
Nach dem Ende der Parade war allerdings auch das Fest zu Ende und man hat
überhaupt nicht mehr gemerkt, dass Feiertag ist – alles ging normal weiter.
Dafür wurde der 1.Mai aber ordentlich gefeiert. Komische Prioritätensetzung.
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