Togo ist in 5
Regionen eingeteilt. Von Lomé sind wir zu dritt langsam bis in die 4. hoch
gereist vorbei an kleinen Städten, Elefanten und Wasserfälle. Im Norden
angekommen haben wir ein Unesco Weltkulturerbe besichtigt: das Tamberma-Dorf.
Es ist bekannt für die spezielle Bauweise – sie sehen aus wie große Sandburgen.
Das war schon interessant das mal zu sehen, aber im Nachhinein haben wir es
bereut dort hinzugehen, weil es sehr touristisch war und die Leute gefühlt nur
nett zu uns waren, wenn wir Ihnen Geld gegeben haben. Wir hatten uns aber schon
vorher entschieden dort zu übernachten und das ließ sich nicht mehr rückgängig
machen. Wir hatten ein eigenes Haus für uns, wo wir – ganz typisch – auf dem
Dach geschlafen haben. Leider kam in der Nacht ein Unwetter auf – so richtiges
Weltuntergangswetter, deswegen mussten wir in einen winzig kleinen Raum
ausweichen, in dem man noch nicht mal
richtigseine Beine ausstrecken konnte und in den es rein geregnet hat. Unser
Plan war es nachts von dem Dorf aus nach Benin zu fahren, um um 6 Uhr morgens
beim Safaripark zu sein. Unsere Gastgeber haben angeboten uns mit dem moto
hinzufahren (für vieeel Geld natürlich) und uns zu dann auch rechtzeitig zu
wecken. Eigentlich hatten wir schon moto-Fahrer engagiert, aber deren Begründung
war, dass sie ja schon direkt da sind und deswegen viel zuverlässiger sind.
Pustekuchen! Geplant war es um 3 aufzustehen, aber weil wir unseren Wecker
leider nicht gehört haben und unsere Fahrer entschieden haben, doch nicht so
zuverlässig zu sein, sind wir erst irgendwann um kurz vor 4 aufgewacht.
Innerhalb von 5 Minuten haben wir uns fertig
gemacht und unsere Sachen gepackt. Als wir dann das Haus verlassen haben
gefühlt alle Hunde im Dorf angefangen zu bellen und ein paar sind auf uns
zugelaufen. Die Atmosphäre war echt gruselig und wir wussten auch nicht, ob die
Hunde angekettet waren und ob sie nur bellen oder auch beißen würden. Wir haben
bestimmt eine halbe Stunde damit verbracht, zu entscheiden, was wir machen und
uns auf den Weg zu unserem Gastgeber zu machen, um dann wieder umzukehren.
Irgendwann haben wir uns dann eng umschlungen aneinander geklammert zu ihm
getraut – dabei sind unsere Herzen allerdings ein paar Mal stehen geblieben. Es
ist aber nichts passiert. Mit 2-stündiger haben wir uns dann auf den Weg nach
Benin gemacht. Obwohl wir zu spät waren, haben wir noch einen Guide gefunden,
der uns durch den Park führt und der Park hat echt alles Schlechte wettgemacht.
Wir konnten oben auf dem Dach sitzen und sind durch eine traumhafte Landschaft
an ganz vielen verschiedenen Tieren vorbeigefahren. Mein Highlight waren die
Nilpferde, Pumba-Schweine und Löwen!
Leider hat das
Tamberma-Disaster noch weitere Folgen mit sich gezogen. Ich meinte nämlich zu
den moto-Fahrern, dass es ganz wichtig ist, dass wir an der Grenze anhalten, um
einen Stempel bekommen. Pascale und ich hatten nämlich nur so ein „Spezial-Visum“
in Form eines Briefes von meiner beninesischen Tante, für das wir schon 50 Euro
bezahlt haben (eigentlich kostet ein Visum 15 Euro) und mit dem wir ihrer
Aussage nach, ganz sicher nach Benin reinkommen. Leider haben unsere
moto-Fahrer es nicht für so wichtig gehalten, an der Grenze anzuhalten und ich
hab sie verpasst. Als wir dann aber den Benin verlassen mussten, wurden Pascale
und ich an der Grenze festgehalten. Der „Grenzen-Chef“ hat gesagt, dass mein
Onkel an die Grenze kommen muss, um die Angelegenheit zu regeln, sonst würde er
uns zurück nach Cotonou schicken und dort mussten wir für jeden Tag, den wir
illegal im Land waren 40 Euro bezahlen, was mehr als 60 Tage waren… Also
mussten wir an der Grenze warten und warten und warten und mein Onkel ist nicht
aufgetaucht… Zwischendurch gab es noch ein bisschen Aufregung, weil unser Taxi
mit unserem Gepäck schon über die Grenze war und wir kurz Angst hatten, dass
wir es nicht wiederbekommen, aber zum Glück ist es nochmal umgedreht und hat
uns alles gebracht. Und dann mussten wir weiter warten. Irgendwann hat uns der
„Grenzen-Chef“ dann eine Deadline von 30 Minuten gegeben und von 5 Minuten vor
Ablauf ist mein Onkel dann Gott sei Dank angekommen. Mit ein bisschen gutem
Zureden und allem Geld, das wir noch hatten – durften wir dann ein Transitvisa
kaufen und die Grenze überqueren. Vollkommen pleite und ziemlich erleichtert
sind wir dann Zuhause angekommen.