Mittwoch, 23. März 2016

Ein bisschen Alltag

Ich habe gerade Ferien und mach Urlaub, bin also so weit vom Alltag entfernt, dass ich mal Lust habe darüber zu schreiben. Außerdem wurde ich gefragt, ob ich noch ein bisschen genau erklären kann, was ich genau in der Schule mache.

Also das Wichtigste zuerst: die Prüfungen sind vorbei. Und 5 von 8 Kindern aus unsere Klasse haben bestanden. (Und das ist im Vergleich zu den anderen Klassen eine gute Quote.) Da bin ich schon ein bisschen stolz auf uns, denn die Kinder auf die Prüfungen vorzubereiten, war gar nicht so einfach. Da die Kinder noch so klein sind und so eine geringe Aufmerksamkeitsspanne haben und auch so schnell abgelenkt sind, kann man eigentlich nur Einzelunterricht machen. Meistens machen wir es also so, dass der Rest der Klasse einen Satz abschreiben muss und wir üben dann immer mit jeweils einem Schüler, das Alphabet, Rechnen oder Zählen. Einen festen Stundenplan gab es zur Prüfungszeit nicht wirklich. Ich weiß noch nicht wie es dann nach den Ferien aussieht. Am Anfang hatte ich echt noch wenig Geduld, weil ich nicht verstehen konnte, dass es so schwer sein kann zu verstehen, dass 1 nach 2 kommt. Mittlerweile versteh ich die Welt der Gehörlosen schon besser und sehe auch, dass es für unsere Kinder teilweise viel schwieriger ist als für hörende, weil sie mit ihrer Entwicklung halt ein bisschen zurück liegen. Nach der Schule geh ich oft noch über den Markt spazieren, es gibt immer etwas, was man sich kaufen kann! Früchte, unbekanntes Essen, Saft, Zeug für die Schule, Secondhand-Klamotten oder meine größte Sucht: Panie. Das sind die afrikanischen Stoffe, aus denen man sich dann Kleider schneidern lassen kann. Und die sind einfach sooo schön! Oder ich geh schnell nach Hause, weil ich Wäsche waschen muss und das dauert mit dem Wasserschöpfen und per Hand waschen echt ewig. (Es ist auch nicht mehr meine Lieblingsbeschäftigung, aber es hat was Meditatives.) 3 Mal die Woche habe ich Ewe-Unterricht. Mein neuer Ewe-Lehrer ist echt super! Und so langsam hab ich das Gefühl auch kleine Fortschritte zu machen. Am Anfang war ich noch in einer Tanzgruppe hier, aber irgendwie waren mir die Anforderungen da ein bisschen zu hoch und es war mir auch ein bisschen zu streng. Jetzt habe ich aber den Tanzlehrer aus Lomé zufällig in Kpalimé getroffen (der, der meinte, es sähe aus als würde ich mich mit meiner Lanze erstechen), weil er eigentlich dort wohnt und auch eine Tanzgruppe hat und er möchte unbedingt, dass ich bei ihm mittanze. Ich hab schon einmal zugeguckt, aber ganz entschieden bin ich noch nicht.                                 
Ab und zu geh ich noch mit anderen Freiwilligen essen, wenn ich europäisches Essen zu sehr vermisse, oder wir gehen frischgepresste Säfte trinken. Super lecker! Es lässt sich hier schon gut aushalten!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen