Der 27. April ist der
Unabhängigkeitstag von Togo. Um diesen zu feiern gibt es eine große Parade für
die wichtigsten Leute aus der Region. Ich fand’s ein bisschen befremdlich, aber
um die Unabhängigkeit zu feiern wurde marschiert. Anscheinend gilt das als
Ausdruck der Freude. Alle Schulen in Kpalimé sind mitmarschiert und weil unsere
Schulgebäude nun auf dem Gelände einer öffentlichen Schule steht, durften wir
als einzige Gehörlosenschule in Togo auch marschieren. Dafür wurde sich schon
lange vorher vorbereitet, morgens haben wir ewig unsere Kreise auf dem Schulhof
gedreht und einmal gab es eine Generalprobe in der Stadt. Ich fand’s ein
bisschen gruselig zu sehen, wie die kleinen Schüler schön im Gleichschritt
marschieren. Weil unsere Schüler die Musik ja nicht hören können, mussten wir
mitmarschieren, damit sie sich an uns orientieren können. Das war echt
unangenehm, und wir Freiwilligen fanden es auch unangebracht, weil das der Tag
von Togo ist und wir da ja nicht richtig dazugehören. Die Reaktionen waren auch
gemischt. Einige fanden es gut, andere haben gerufen: „Was machen denn die
Yowos da?“ Traurigerweise wurde auch auf unsere Kinder so reagiert und sich
über sie lustig gemacht.
Es war
überwältigend was für eine Masse an Schüler dort war – hunderte! Das war schon
irgendwie beeindruckend zu sehen. Außer den Schulen, gab es noch Cheerleader,
die Tanzgruppen aus Kpalime, die verschiedenen Sportvereine und, und, und. Deren
Marsch war auch ein bisschen lockerer und das war wirklich lustig anzusehen.
Nach dem Ende der Parade war allerdings auch das Fest zu Ende und man hat
überhaupt nicht mehr gemerkt, dass Feiertag ist – alles ging normal weiter.
Dafür wurde der 1.Mai aber ordentlich gefeiert. Komische Prioritätensetzung.
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